Botond (1949 – 2010)

Unsichtbare Bücher

Vernissage | opening
13. 03. 2015
18-22 Uhr | 6-10 pm

Plakat_Unsichtbare-Bücher-Version-3Objekte und Zeichnungen aus Botonds BIBLIOTHEK

Der deutsch-ungarische Künstler Botond hat mit seinen Arbeiten zur Bibliothek von Alexandria und der Bücherverbrennung ein beeindruckendes Kunstwerk zur Bedeutung des Buches geschaffen. Über zwölf Jahre arbeitete er an seinem Zyklus »Buch und Bibliothek«. Er schweißte hunderte Bücher in Metallbleche ein, umhüllte sie mit Beton oder umgab sie mit Bronzeguss. So schuf er »Konserven für das Gedächtnis der Menschheit« und vollzog auf diese Weise einen symbolischen Akt gegen die Missachtung oder Zerstörung von Büchern. Botonds Projekt bezieht sich auf die Bibliothek von Alexandria. In dieser universal angelegten antiken Bibliothek sieht er die Utopie einer Welt, in der die kulturellen und religiösen Grenzen aufgehoben sind.

Ausstellung | exhibition
14. 03. – 19. 04. 2015 verlängert bis 09. 05. 2015

Presseartikel 19.03.2015 | Kölnische Rundschau Feuerfester Panzer für Faustus und den Teufel VON ROBERT CHERKOWSKI/NIPPES

Presseartikel
19.03.2015 | Kölnische Rundschau
Feuerfester Panzer für Faustus und den Teufel
VON ROBERT CHERKOWSKI/NIPPES

Pressetext: Unsichtbare Bücher
Objekte und Zeichnungen aus Botonds BIBLIOTHEK

Zwischen 1987 bis 1998 arbeitet der deutsch-ungarische Künstler Botond immer wieder an seinem umfangreichen Zyklus Buch und Bibliothek. Er schweißt reale Bücher in Metallbleche ein, umhüllt sie mit Beton oder Bronzeguss. So entstehen plastische Werke von unverwechselbarer und einmaliger Gestalt. Der Künstler reiht sie in Regalen Zeile für Zeile aneinander. Jedes Objekt trägt eine Archivnummer, die einen Hinweis auf das inliegende Buch gibt.
Botond bringt damit nicht nur seine Achtung vor dem Gedächtnis der Menschheit zum Ausdruck. Er vollzieht damit auch einen symbolischen Akt gegen dessen Missachtung oder Zerstörung. Ungeachtet der kulturellen Abstammung der Autoren, ihrer Religion und Herkunft, will Botond menschlichem Gedankengut gegenüber Toleranz einfordern.
Botonds Projekt bezieht sich auf die Bibliothek von Alexandria. In dieser universal angelegten antiken Bibliothek sieht er die Utopie einer Welt, in der die kulturellen und religiösen Grenzen aufgehoben sind. Bei einer Reise nach Nordafrika stößt er im Hinterland Alexandrias auf einen sechseckigen Gebäudetorso, den er fotografiert und als Motiv für eine Serie von Zeichnungen verwendet. Die Idee, dort seine Bibliothek als monumentales Bauwerk aufzustellen, bleibt jedoch eine Vision.
Die sagenumwobene antike Bibliothek von Alexandria fiel dem Mythos nach im Jahr 48 vor. Chr. einem spektakulären Großbrand zum Opfer. In Botonds Werk steht dieser Brand stellvertretend für alle jemals stattgefundenen Bücherbrände und Bücherverbrennungen. Mit seiner Rauminstallation 232°C im Goldenen Saal des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes (1989) wollte Botond an die Verpflichtung zur Bewahrung menschlichen Geistes erinnern. Im berühmten Finale des Romans Fahrenheit 451 von Ray Bradbury sind es Menschen, die jeweils ein großes Werk der Weltliteratur auswendig gelernt haben. Sie selbst werden zu lebendigen Büchern, deren Aufgabe es ist, sich zu erinnern und das Wissen weiterzugeben.
Botond hat mit seinen Werken zur Bibliothek von Alexandria und der Bücherverbrennung ein beeindruckendes Kunstwerk zur Bedeutung des Buches geschaffen.

Botond (1949 – 2010)

Botond wird 1949 in Pécs/Ungarn geboren. 1975 absolviert er seine Ausbildung zum Goldschmied an der Hochschule für angewandte Kunst in Budapest. Vier Jahre später wechselt er nach Deutschland, um sich der freien Kunst zu widmen.
Über 30 Jahre bis zu seinem Tod 2010 lebt und arbeitet Botond hauptsächlich in Nürnberg. Zahlreiche Ausstellungen und großangelegte Projekte tragen dazu bei, dass er über die Grenzen Deutschlands Aufmerksamkeit erlangt. Botond zeigt seine Werke an vielen Orten. Seine Vorliebe gilt jedoch geschichtsträchtigen Räumen. So wird sein Werk nicht nur in Museen, Galerien und auf öffentlichen Plätzen gezeigt, sondern auch in Bunkern, im Goldenen Saal des ehemaligen Nürnberger Reichsparteitagsgeländes, in Rathaussälen, Steinbrüchen, Klöstern, verlassenen Künstlerdomizilen und in Bibliotheken.

News:
Botond in der Stadtbibliothek Nürnberg

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Anlässlich einer dreiteiligen Schenkung zeigt die Stadtbibliothek Kleinplastiken und Zeichungen aus dem Werkzyklus „Buch und Bibliothek“ 

Stadtbibliothek Nürnberg, Gewerbemuseumsplatz 4, Ebene L2
25. Juni bis 25. Juli 2015
Montag bis Freitag 11:00 bis 19:00 Uhr
Samstag 11:00 bis 16:00 Uhr
freier Eintritt

Die drei Werke der Schenkung werden auf den Ebenen L0, L1 und L2 dauerhaft aufgestellt.

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