Peter Gilles

In der Ausstellung Apokalypse zeigen wir die Installation „Loch“ des Kölner Künstlers Peter Gilles aus dem Jahr 1983 und 1984. Seine Arbeiten sind „Fragmente zur Klärung der eigenen Identität“, die die Dimension von Gewalt, Leid und Lust in der menschlichen Existenz spürbar machen.
Das bedrückend eindringliche Werk hat schon 1985 im Wilhelm Hack Museum nachhaltig Eindruck gemacht. Nach mehr als 30 Jahren hat die Arbeit nicht an Brisanz verloren. Ganz im Gegenteil. Betrachtet man die Installation so zeigt die Leinwand mit den Knochen- Applikationen, Blutabdrücken und seiner malerischen Expression, eine fast unerträgliche Drastik. In Anbetracht der derzeitigen politischen Weltlage scheint es als schaut man auf die Essenz von Krieg und Terror. Das schwarze Loch verschlingt alles Menschliche. Auf dem Boden verstreut liegen Körperteile aus Beton überarbeitet mit Blut und Farbe. Aktuelle Bilder von angeschwemmten Leichen und den Opfern von Kriegsmanövern und Terroranschlägen drängen sich auf. Die Arbeit „Loch“ schafft eine eindringliche Erfahrung die uns unsere eigene Verletzlichkeit vor Augen hält und uns zu einer Emotionalen Auseinandersetzung zwingt.
Peter Gilles ist ein Ausnahme Künstler. Er prägte die Kölner Kunstszene in den 1980er und 1990er Jahren maßgeblich mit und manifestierte seinen Platz in der Kunstgeschichte als einer der wichtigen Vertreter der Aktions- und Performancekunst. In seiner schöpferischen Arbeit geht er an seine körperlichen und seelischen Grenzen. Zentrales Thema seiner Arbeit ist der Mensch mit seinen existentiellen Herausforderungen in Grenz- und Extremsituationen.
Seine Eigenblutautoanthropometrien versteht er als „die Vermessung des eigenen Körpers durch sich selbst mittels der körpereigenen Substanz des Blutes“. Er verdichtet das Selbstbildnis in radikaler Weise, er ist sein eigenes Werkzeug und sein eigener Werkstoff. Es entsteht das wohl authentischste Abbild des Menschen.

Peter Gilles einzigartige Malweise hat ihn in unzähligen Ausstellungen bekannt gemacht. Seine Werke sind unter anderem vertreten im Museum Ludwig in Köln, im Museum Schloss Morsbroich in Leverkusen, im Ludwigforum Aachen, im Kunstmuseum Bonn, im Kunsthaus Zürich, im Museum of Modern Art, Ithaka N.Y. u.v.m.

Ausstellung | exhibition
19. 03. – 28. 05. 2016

Künstlergespräch | artist talk
Peter Gilles
15. 04. 2016
18 Uhr | 6 pm

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